24. Filmschau Baden-Württemberg 5. - 9. Dezember 2018

U.A. „Kill me Today, Tomorrow I'm sick" | MFG-Veranstaltung „Frauen in Filmberufen“

Still aus "Kill me today, tomorrow I'm sick" von Joachim Schroeder und Tobias Streck | Bild: Tommy Sowards

Mit der MFG-geförderten Tragikomödie 'Kill me Today, Tomorrow I'm sick' von Joachim Schroeder und Tobias Streck und der Verleihung des Baden‐Württembergischen Ehrenfilmpreises an den Stuttgarter Fernsehliebling Walter Sittler wurde die 24. Filmschau Baden-­‐Württemberg am Mittwoch, 5. Dezember in Stuttgart eröffnet. Noch vor der Eröffnung fand die MFG-Veranstaltung „Frauen in Filmberufen“ statt. Sittler nahm die Auszeichnung an seinem Geburtstag persönlich entgegen. Bis Sonntag, 9. Dezember präsentiert die Landesfilmschau im Metropol Kino fast 100 aktuelle Filmproduktionen aus dem Südwesten, darunter die Komödie 'Big Manni', das Schwarzwald­‐Drama 'Verlorene' mit Clemens Schick und die Premiere des zweiten Kinoabenteuers 'Der kleine Drache Kokosnuss 2 -­ Auf in den Dschungel', zu der Synchronstimme Max von der Groeben erwartet wird. Der zweite Film‐ und Medienkongress 'setUP Media' und der Wettbewerb um den Jugendfilmpreis finden vom 6. bis 9. Dezember 2018 im Rahmen der Landesfilmschau statt.

 

OSZE-­Einsatz, Flowtex-­Skandal und Familiendrama im Schwarzwald

'Kill me Today, Tomorrow I'm sick' ist einer von sechs MFG-geförderten Beiträgen, die im diesjährigen Wettbewerb um den Baden-­‐Württembergischen Filmpreis in der Kategorie Spielfilm konkurrieren. Die Story des von der MFG Filmförderung Baden-­‐Württemberg unterstützten Films basiert auf wahren Erfahrungen, die Regisseur Joachim Schroeders Schwester in den 1990ern bei einem Kosovo-­‐Einsatz für die OSZE gemacht hat. Die SWR-‐ Komödie 'Big Manni' von Niki Stein arbeitet den Flowtex-­‐Skandal in den 1980er Jahren im badischen Ettlingen auf. Um Gier geht es auch in der SWR-­‐Satire 'Auferstehung' von Niki Stein. Am Totenbett des Vaters streiten sich die Erben. Ins Millieu der stationären Pflegedienste führt der ganz neue Stuttgarter 'Tatort 'Anne und der Tod' von Jens Wischnewski. Die Endzeitstudie 'Ende Neu' von Leonel Dietsche, Absolvent der Filmakademie Baden-­‐Württemberg, konfrontiert eine Männer-­‐Gesellschaft mit zwei Frauen, die eine Katastrophe überlebt haben. Regisseurin Ann-­‐Kristin Reyels Drama 'Wir haben nur gespielt' thematisiert den Kindesmissbrauch in der Grenzregion zwischen Deutschland und Tschechien. Mit dem Kammerspiel 'Verlorene' hat Felix Hassenfratz ein spannungsgeladenes Familiendrama im Schwarzwald inszeniert. Clemens Schick überzeugt in der Rolle eines Vaters, der gegen alle Vernunft handelt. Der Film kommt Anfang 2019 in die Kinos.

 

Shorts sind wahre Fundgrube

In der Kategorie Kurzfilm darf das Publikum Talent-­‐Scout spielen. In sechs Filmblöcken stellt die Landesfilmschau Newcomer, aber auch etablierte Regisseurinnen und Regisseure aus dem Südwesten vor, die in maximal 30 Minuten ihre Filmgeschichte erzählt haben. Die Kurzfilmblöcke sind wahre Fundgruben, die in einem spannenden, unterhaltsamen Mix Partnerschaft, Tod, Ausbeutung, Vorurteile, Flüchtlinge oder das Kurdenproblem thematisieren.

 

Dokumentarfilm -­ ein Spiegel unserer Zeit

Die Kategorie Dokumentarfilm ist ein Spiegel unserer Zeit. 'Von Neonazis und Superhelden – die Kleinstadt Themar und der Rechtsrock' von Adrian Oeser zeigt, wie schwierig die Auseinandersetzung mit den neues Nazis in einem kleinen Ort in Thüringen ist. Die wahre Geschichte einer KZ-­‐Insassin aus Mannheim, die für Rudolf Höß kochen musste, ruft 'Die Köchin des Kommandanten' von Christina Stihler in Erinnerung. Der MFG-geförderte Film 'Metal Politics Taiwan' porträtiert einen Heavy Metal Musiker, der auch Politiker des Inselstaates ist. In 'Ungarische Wunden' geht Cécilia Marchat der Frage nach, warum sich die Ungarn so schwer mit den europäischen Werten tun. Wie eng Todesstrafe und

Sippenhaft in den USA miteinander verknüpft sind, beleuchtet Agnes Lisa Wegner im MFG-geförderten Film 'No Fucking Ice Cream'. Die kriegsmüde junge irakische Generation wird in 'Sick of Waiting' vorgestellt. Sie wählt nicht die Flucht, sondern trotzt mit zukunftsorientierten Projekten wie einem Gentlemen's Club dem System. 'La Maladie du Démon' von Lilith Kugler schildert, wie im afrikanischen Burkina Faso mit psychischen Krankheiten umgegangen wird. Im Stuttgarter Kessel entdeckte Lea Najjar ein ganz besonderes Großelternpaar ('Happy Hours') und Denis Pavlovic stellt dem Publikum einen Migranten mit gefühlten

1.000 Jobs vor. Douglas Wolfsperger dokumentiert die letzten Tage eines Konstanzer Programmkinos ('Scala Adieu'). Der engagierte Dokumentarfilmer will wissen, ob sich Kultur immer rechnen muss, damit sie existieren darf. Was die Deutschen in ihrer Freizeit treiben, erforschte Constantin Hatz in 'Stammtisch', wo Burschenschaftler, Kleintierzüchter und Swinger Clubber intime Einblicke in ihre Privatsphäre geben.

 

Kokosnuss feiert Premiere -­ Schnupperkino für die Kleinsten

Der ebenfalls MFG-geförderte Kinderfilm 'Der kleine Drache Kokosnuss' feiert auf der Landesfilmschau die Premiere seines zweiten Kinoabenteuers 'Auf in den Dschungel'. Zur Party auf dem Roten Teppich bringt er Walking Act und seine Synchronstimme Max von der Groeben ('Fack ju Göhte') mit. Zwei Animationsstudios aus Stuttgart – M.A.R.K. 13 und Traffix – haben den beliebten Trickfilmhelden zum Laufen gebracht. Für Kinder ab zwei Jahren öffent wieder das Schnupperkino der Landesfilmschau; das Studio Filmbilder ist wieder der Partner.

Diesmal liefern die 'Animanimals' von Julia Ocker ein Slapstick-‐Feuerwerk für Kids.

 
'Das Boot' taucht zur Landesfilmschau auf

'Das Boot' taucht zur Landesfilmschau auf: Das neue aufwendige Serien-­‐Event von Bavaria Fiction, Sky Deutschland und Sonar Entertainment legt am Donnerstag, 6. Dezember im Metropol an. Zunächst geht es um die Zukunft der Fernsehserien. Zum Podium ‘Große Serien, junge Gesichter, neue Konzepte für eine neue Zuschauergeneration‘ haben auch Oliver Vogel (Bavaria Fiction, Chief Creative Officer), Marcus Ammon (SKY, Film-­‐ und Unterhaltung-­‐Chef), Andreas Prochaska (Regisseur) sowie Darsteller der neuen Boot-­‐Crew zugesagt. Ab 19.30 Uhr rollt die Landesfilmschau für die 'Das Boot'-­‐Gäste den Roten Teppich aus. Ab 20.30 Uhr sind die beiden ersten Episoden der Serie zu sehen. Sie spielen nach den Geschehnissen, die bereits in Wolfgang Petersens gleichnamigem Filmklassiker von 1981 erzählt wurden und die auf dem Roman von Lothar-­‐Günther Buchheim beruhen.

 

Ehrenfilmpreis an Walter Sittler

An seinem Geburtstag nimmt der in Stuttgart lebende Schauspieler und Produzent Walter Sittler im Rahmen der Filmschau-­‐Eröffnung am 5. Dezember den diesjährigen Baden-­‐ Württembergischen Ehrenfilmpreis entgegen. Die seit 2011 vom Filmbüro Baden-­‐ Württemberg e. V. ausgesprochene Ehrung richtet sich an Persönlichkeiten, die den Film-­‐ und Medienstandort Baden-­‐Württemberg mitgestalten und für Deutschlands Südwesten mit ihren Arbeiten und Projekten die Funktion als Botschafter und Vermittler übernommen haben.

Charmant und sympathisch schreibt Walter Sittler seit nunmehr 31 Jahren Fernsehgeschichte. Neben seiner großartigen Karriere als Schauspieler produziert Sittler auch Filme. Sein Lebensmittelpunkt ist in all den Jahren Stuttgart geblieben; was beides ein Indiz dafür ist, dass man auch von hier aus erfolgreich sein kann. Der Weltbürger engagiert sich in seiner Wahlheimat kulturell und nutzt seine Popularität als TV-­‐Star gern dafür, sich für wohltätige Zwecke zu engagieren. Auch als kritische Stimme wird der dreifache Familienvater bundesweit gehört.

 

Kongress 'setUP media'

Zum zweiten Mal richtet sich die Filmschau Baden­‐Württemberg mit einem umfangreichen Fachprogramm an die Schaffenden der Film‐ und Kreativbranche. Unter dem Namen ‚setUP media / Creative Industries Exchange‘ veranstaltet das Filmbüro Baden-­‐Württemberg in Zusammenarbeit mit mehreren Verbänden den Fachkongress 'setUP media', um die nachhaltige Standortentwicklung voranzutreiben, den verschiedenen Bereichen der Filmproduktion mehr Aufmerksamkeit zu geben, Rahmen-­‐ und Arbeitsbedingungen der Filmschaffenden zu verbessen und die Branche zu vernetzen.

Das Programm setzt sich aus Seminaren und Vorträgen zusammen, die sich vor allem Fragen der Lebens-­ und Arbeitsbedingungen der Filmschaffenden widmen sowie aus Workshops und Master Classes, die den Schwerpunkt auf Fortbildung in den künstlerischen Disziplinen und den kreativen Erfahrungsaustauch legen.

Der Fachkongress wird finanziell unterstützt von der Film Commission Region Stuttgart, dem Filmverband Südwest (FVSW) und der MFG Filmförderung Baden-­‐Württemberg.

Alle Workshops und Veranstaltungen werden kostenlos angeboten.

 

Informationen aus erster Hand für den Filmnachwuchs

Der Filmnachwuchs aus dem Südwesten ist mit 35 Filmen im Programm der Landesfilmschau vertreten, und zwar im Wettbewerb um den Jugendfilmpreis. Die Jugendlichen wagen sich an Hollywood-­Genres wie Agententhriller, Mafia-­‐Comedy oder SciFi‐Drama. Aber auch die Realität im Alltag wird filmisch verarbeitet. Beim 'Film & Media Day' (6. Dezember) informieren Referentinnen von Spiegel Online, Getty Images und ZDF Heute Xpress über die Berufswelt. In einer Master Class mit Produzent Uwe von Grafenstein über Netflix-­Produktionen und Workshops gibt es zu Berufsfeldern wie Gamedesign, Synchronisation, TV‐ und Serienproduktion oder Regie Informationen aus erster Hand.

 

Landesfilmschau endet mit Preisregen

Zum Abschluss der Landesfilmschau werden am Sonntag, 9. Dezember, die besten Filme ausgezeichnet. Die Baden-­Württembergischen Filmpreise werden in den Kategorien Spiel‐, Kurz‐, Dokumentar‐ und Animationsfilm vergeben. Bereits am Donnerstag, 6. Dezember, wird erstmals der Gewinner des neuen Baden-­Württembergischen Filmpreises in der Kategorie Werbefilm geehrt. Walter Sittler erhielt bereits zum Auftakt der Filmschau den Baden-­‐Württembergischen Ehrenfilmpreis. Natürlich erwartet auch die Teilnehmer des Jugendfilmpreises ein Preisregen.

 

Das ganze Programm der Landesfilmschau unter www.filmbuerobw.de

Quelle: Pressemitteilung des Filmbüro BW vom 29. Oktober 2018

 

MFG-geförderte Filme auf der Filmschau:

 

Eröffnungsfilm: Kill Me Today, Tomorrow I’m Sick JOACHIM SCHROEDER, TOBIAS STRECK

 

Animanimals JULIA OCKER

 

Der kleine Drache Kokosnuss – Auf in den Dschungel! ANTHONY POWER

 

Metal Politics Taiwan MARCO WILMS

 

No Fucking Ice Cream AGNES LISA WEGNER

 

Scala Adieu – Von Windeln verweht DOUGLAS WOLFSPERGER

 

Stammtisch CONSTANTIN HATZ

 

Verlorene FELIX HASSENFRATZ

 

Warum ich hier bin MIEKO AZUMA

 

Wir haben nur gespielt ANN-KRISTIN REYELS

 

Bitte weitersagen. Teilen Sie diesen Beitrag.