Challenge Accepted

Beim HOLA Innovation-Pitch am 13. November überzeugten die Teams „Understanding Nature“ und „Residenzschloss Rastatt“

28 Studierende und Hochschuldozenten aus 24 Studiengängen arbeiten in hochschulübergreifenden Teams mit Design Thinking an realen Challenges | Video: MFG Kreativ

HOLA die Waldfee, da war was los. Am 13. November trafen sich die HOLA Teilnehmer, Challenge-Geber, Juroren und das interessierte Publikum zum HOLA Innovation-Pitch im Gutbrod in Stuttgart. HOLA, das Hochschulübergreifende Labor für kooperatives Arbeiten der MFG Baden-Württemberg, bringt Studierende, Forschende und Dozenten aus Baden-Württemberg zusammen, um ihre Innovationsfähigkeit zu stärken, neuartige Lehransätze zu erproben und ihr kooperatives und kreatives Potential zu heben. Denn: Die Arbeitswelt fordert ganzheitliches Denken, Interdisziplinarität und mehr Kontaktpunkte zwischen Theorie und Praxis.  

In HOLA Design Thinking wurden im August vier hochschulübergreifende Teams gebildet, die in einer viertägigen Summer School methodisch mit dem Kreativansatz Design Thinking ausgerüstet wurden. In der anschließenden Projektphase erarbeiteten sie dann Lösungen zu realen Aufgabenstellungen, sogenannten Challenges. Dabei lernen die HOLA-Teilnehmer kreatives Selbstbewusstsein. Sie begreifen, dass jeder kreatives Potenzial besitzt – nicht nur Designer, auch Betriebswirtinnen, Gerontologen oder Geografinnen. Noch wichtiger: Sie erkennen, welche kreative Kraft in gemischten Teams steckt, wenn die Mitglieder sich auf Augenhöhe begegnen und miteinander in einen Prozess starten. Die gute Nachricht: Der vernetzte Denk- und Arbeitsmodus ist erlernbar. Das konnten die 28 Teilnehmer, die im Übrigen aus 24 unterschiedlichen Studiengängen kommen, beim Abschlussevent beweisen.

Challenges aus Museum, Kultur, Ministerium und NGO

Das Besondere am HOLA Innovation-Pitch:  Die Teams haben nicht nur die Chance auf einen Jurypreis, auch das Publikum darf mitbestimmen und gesondert einen Sieger küren. Im Rennen sind: Green IT an Hochschulen in Baden-Württemberg, eine Lernplattform für betreute WGs, ein digitales Vermittlungsformat für das Residenzschloss Raststatt und die Sichtbarmachung von Forschung im Naturkundemuseum Stuttgart.

„Was ist Green IT?“– das fragte sich das gleichnamige Team anfangs auch. Eine HOLA-Projektzeit später haben sie eine Kampagne gestaltet, die Wissenschaftler an baden-württembergischen Hochschulen motivieren soll, den Energie- und Ressourcenverbrauch ihrer IT dauerhaft zu reduzieren – und das mithilfe von Kunst wie „Moosfitis“. IT-Background brauchte auch das Team „Betreute WGs“, die einen Prototyp für eine Lernplattform entwickelt haben, die beim Aufbau von Senioren-WGs unterstützen soll. Digital arbeitet ebenfalls das Team „Residenzschloss Rastatt“, die mit ihrem digitalen Kammerdiener „Guideon“ einen Prototyp entwickelt haben, mit dem die Staatlichen Schlösser und Gärten sehr individuell erlebbar gemacht werden. Das Team „Understanding Nature“ entwickelte verschiedene Bausteine für das Naturkundemuseum Stuttgart, die das Museum als Forschungs- und Bildungseinrichtung in die Öffentlichkeit bringen.

And the winner is…

Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem Jury und Publikum am Ende zu einem unterschiedlichen Ergebnis kommen. Der Publikumspreis, Weiterbildungsgutscheine der MFG Akademie, geht an das Team „Residenzschloss Rastatt“. Die Jury entscheidet sich für das Team „Understanding Nature“. Die Pitching-Sieger erwartet nun ein exklusives Coaching vor Ort bei ihrem Challenge-Geber mit dem Ziel, ihre Ideen, Prototypen und Testergebnisse in die Umsetzung zu bringen.

HOLA Teilnehmer 2018 mit Jury und Geschäftsführer Bergengrün sowie Andrea Buchholz als Gruppenbild
Die Pitches der Teams wurden von Jury und Publikums gekürt | Bild: MFG Baden-Württemberg / Jana Bulling

Wie war der HOLA Innovation-Pitch für die Teilnehmer und Challenge-Geber? MFG Kreativ hat nachgefragt:

Wie habt ihr das Angebot von HOLA Design Thinking erlebt?

„Für uns als Challenge-Geber war es toll, dass eine Gruppe von außen mit einer anderen Brille auf unser Museum und unsere Arbeit schauen konnte. Da fühlt man sich auch in seinen Grundannahmen bestätigt und die eigenen Ideen können mit der Projektarbeit weiterentwickelt werden. Dass dadurch frischen Wind in die Weiterentwicklung kommt, ist für uns super und eine Erleichterung.“
Lisa-Marie App, Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart

„Mir hat das gesamte Projekt sehr gut gefallen. Toll war das interdisziplinäre Arbeiten. Alle aus unserem Team kamen aus einem anderen Bereich, sodass wir Denkweisen, Erfahrungen und natürlich Studenten und Dozenten aus verschiedenen Bereichen kennenlernen durften. Ich fand es auch schön, dass die Challenges echt waren und unsere Projektarbeit dadurch einen realistischen Bezug hat.“
Kim-Sina Engelhart (Team Understanding Nature), studiert Medien- und Bildungsmanagement an der Pädagogischen Hochschule Weingarten

„Ich fand es ein tolles Projekt, vor allem die HOLA Summer School hat mir sehr gut gefallen. Wir kamen aus unterschiedlichen Disziplinen und aus unterschiedlichen Orten. Das stellte uns bei der Projektphase allerdings vor eine organisatorische Herausforderung, weil wir über die Distanzen hinweg zusammenarbeiten mussten. Aber am Ende ist uns das trotzdem gut gelungen.“
Johanna Spatz (Team Understanding Nature), studiert Psychologie an der Universität Mannheim

„Ich habe bei HOLA echt tolle Leute kennengelernt und der gegenseitige Austausch und das gemeinsame und interdisziplinäre Arbeiten haben mir sehr gefallen.“
Susanne Nicolai (Team Green IT), studiert Psychologie an der Universität Heidelberg

Wie war der HOLA Innovation-Pitch heute für euch?

„Es war ein großartiges Gefühl, die Sachen, die wir in der Projektphase erarbeitet haben, zu präsentieren. Es war auch toll, die Tipps und Tricks, die wir beim Coaching gelernt haben, beim Pitch gleich umsetzen zu können. Dass wir am Ende gewonnen haben, freut mich dann umso mehr.“
Kim-Sina Engelhart (Team Understanding Nature)

„Es war schön zu sehen, was bei allen Teams rausgekommen ist und es hat viel Spaß gemacht, sich selbst auszuprobieren. Ich selbst habe ja auch präsentiert, da hat das Coaching sehr viel geholfen. Ich konnte mich ausprobieren und die Ratschläge direkt anwenden.“
Susanne Nicolai (Team Green IT)

Könnt ihr HOLA Design Thinking weiterempfehlen?

„Wir sehen das Angebot von  HOLA auch für Challenge-Geber als große Chance an, sich als Unternehmen oder Institution weiterzuentwickeln. Daher kann ich die Initiative auf jeden Fall weiterempfehlen. Wir freuen uns für das Team mit unserer Challenge, dass sie heute gewonnen haben und würden auch gerne in Zukunft mit dem Projektteam arbeiten und die Ideen umsetzen.“
Lisa-Marie App, Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart

„Ich kann HOLA auf jeden Fall weiterempfehlen. Die Methode Design Thinking ist immer mehr gefragt. Auch das interdisziplinäre Arbeiten und das Kennenlernen anderer Denk- und Vorgehensweisen hilft einem selbst weiter und macht HOLA zu einem tollen Projekt.“
Kim-Sina Engelhart (Team Understanding Nature)

„Die Teilnahme bei HOLA kann ich jedem nur ans Herz legen, vor allem weil man die Methode Design Thinking mit allen Inhalten mitnehmen und interdisziplinär mit anderen Teilnehmern damit arbeiten kann. Das hat viel Spaß gemacht!“
Susanne Nicolai (Team Green IT)

Die nächste HOLA-Runde startet im Sommer 2019. Bis Februar 2019 können potenzielle Challenge-Geber – Kultureinrichtungen, Unternehmen der Kulturwirtschaft, soziale Institutionen, Ministerien und Vereine – konkrete Herausforderungen formulieren und einreichen. Zu ihren Problemstellungen erhalten sie dann kreative Lösungsansätze, aufschlussreiche Einblicke in die Kundenperspektive und getestete Prototypen von innovationsfreudigen Studierenden. Dann heißt es wieder: Challenge Accepted!

Autorin: Jana Bulling / Andrea Buchholz

Mehr Infos: 

HOLA 
Flickr Fotos HOLA Innovation Pitch

Ansprechpartner

Dr. Andrea Buchholz
Dr. Andrea Buchholz

Leiterin Projektteam Talent- und Forschungsförderung

Unit Kultur- und Kreativwirtschaft

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