„Hinter jeder Datei steckt eine kleine Entdeckung“

Kulturdaten kurz und knapp erklärt: Annekatrin Baumann erzählt, was das Besondere an Datensätzen aus Kulturinstitutionen ist

„Für viele ist es ein Stapel Donuts, für uns ein Nodoid“ - ein Datengeber für Coding da Vinci Süd ist das Museum der Universität Tübingen mit seinen mathematischen Modellen | Bild: V. Marquardt

Wertvolle Fotografien, detaillierte Landkarten und bemerkenswerte Visualisierungen ­—  Kultureinrichtungen beherbergen oft ungehobene Datenschätze. Um diese Schätze ins Rampenlicht zu rücken, vernetzt Coding da Vinci seit 2014 technikaffine und kulturbegeisterte Communities mit deutschen Kulturinstitutionen. Diese stellen Kreativen und Codern offene Daten zur Verfügung, die sie in Apps, Websites oder interaktive Installationen verwandeln. Im Frühjahr 2019 kommt Coding da Vinci erstmals nach Süddeutschland. Als einer von elf Partnern aus Bayern und Baden-Württemberg vernetzt die MFG Baden-Württemberg die Initiative mit den Kultur- und Gedächtniseinrichtungen im Land.

Baden-württembergische Kulturdatengeber präsentierten beim „Prepare your Data"-Workshop von Coding da Vinci Süd in der MFG am 29. Januar 2019 in Stuttgart ihre Datensätze. Wer mit dabei ist und auf welche Datensätze sich die Coder freuen können, weiß Annekatrin Baumann, Projektleiterin Open Culture bei der MFG Baden-Württemberg.

Wer macht mit?

BeiCoding da Vinci Süd sind über 30 Datengeber mit dabei. Damit haben sich in Baden-Württemberg und Bayern im Vergleich zu den bisherigen Coding da Vinci Hackathons die meisten Kultur- und Gedächtnisinstitutionen geöffnet und verschiedenste Datensätze  für den Kulturhackathon, der vom 5. bis 7. April 2019 in München stattfindet, zur Verfügung gestellt.

Besonders bemerkenswert ist auch die Vielfalt der Institutionen: Von den eher kleineren städtischen Museen über verschiedene Archive und Bibliotheken bis hin zur Staatsgalerie Stuttgart oder das Haus der Geschichte Baden-Württemberg ist alles vertreten.

Welche Datensätze werden zur Verfügung gestellt?

Auch bei den Kulturdaten selbst ist die Diversität auffällig: Es sind zum Beispiel 3D-Visualisierungen von mathematischen Modellen, Fotografien von Exponaten einer Upcycling-Wanderausstellung sowie detaillierte Landkarten zu den Luftangriffen auf Stuttgart während des zweiten Weltkrieges vorhanden.

Gemeinsam haben die Datensätze, dass sie digital und unter einer offenen Lizenzvorliegen. Das heißt, dass die Coder, Kreativen und Hacker im Laufe des Hackathons diese Daten nutzen und bearbeiten können. Dadurch entstehen neue und ungeahnte Werke, Anwendungen und Mehrwerte, wie beispielsweise Apps, Webseiten sowie mehr Sichtbarkeit für die Kultur- und Gedächtnisinstitutionen.

Was ist an Daten aus Kulturinstitutionen besonders?

Das Außergewöhnliche an Datensätzen aus Kulturinstitutionen ist deren Historie und Entstehungsgeschichte. Hinter jedem Bild und jeder Datei steckt eine kleine Entdeckung oder Aufarbeitung, die eingeordnet in den richtigen Kontext zu einem Gesamtbild von einem Datensatz und dadurch zu unserem Kulturgut beiträgt.

Besonders schön an offenen, digitalen Kulturdaten ist, dass sie der Allgemeinheit einfach zur Verfügung gestellt werden können. Dadurch weckt der Hackathon über alle Altersgruppen hinweg auch für abstrakte Themen Interesse, wie zum Beispiel für historische Zeppelinfahrten. Das zeigt sich letzten Endes auch in höheren Besucherzahlen für Kultureinrichtungen wie Museen.

Weiter geht es mit dem Kick-off 

Mit dem Kick-off am 6. und 7. April 2019 in der Münchner Stadtbibliothek Am Gasteig startet für Datengeber und Coder aus dem Süden der Kulturhackathon Coding da Vinci Süd. Anschließend haben sie sechs Wochen Zeit, um ihre Ideen umzusetzen und präsentieren ihre Ergebnisse bei der großen Preisverleihung am 18. Mai 2019 in der Tafelhalle in Nürnberg.

Als Partner von Coding da Vinci Süd möchte die MFG Kultur- und Gedächtnisinsitutionen aus Baden-Württemberg bei der Öffnung ihrer Daten unterstützen. Die Initiative ist Teil des Bereichs Digitale Kultur, mit dem die MFG baden-württembergischen Kultureinrichtungen im digitalen Wandel zur Seite steht.

Mehr Infos: 

Helene Hahn: Kooperativ in die digitale Zeit: Wie öffentliche Kulturinstitutionen Cultural Commons fördern
Coding da Vinci Süd

 

Kontakt

 Annekatrin Baumann
Annekatrin Baumann

Projektleiterin Open Culture

Unit Medienprojekte und Services

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