Zwischen kreativem Geist und Digitalisierung

Die MFG bietet kostenfreie Orientierungsberatungen für Kreative in ganz Baden-Württemberg, als nächstes am 9. Oktober in Heilbronn und am 10. Oktober in Stuttgart

Gibt es einen Markt für meine kreative Idee? Wie verändere ich mich und mein Geschäftsmodell mit der Digitalisierung? Welche Finanzierungsmöglichkeiten habe ich? Wie baue ich ein Netzwerk auf? Bei solchen Fragen hilft die MFG Baden-Württemberg mit ihren Orientierungsberatungen weiter. Im zweiten Halbjahr 2019 finden nochmals zwölf Beratungstage für Kultur- und Kreativschaffende an neun Standorten im Südwesten statt. Nach der Sommerpause geht es weiter am 19. September in der Popbastion Ulm und am 26. September im C-HUB Mannheim.

„Kreative denken von ihrer Idee aus, für die sie brennen. Oft sind ihre Ideen mehrfach wertvoll, etwa auch in gesellschaftlicher oder ökologischer Hinsicht“, erzählt Stephanie Hock, Referentin Unternehmensentwicklung bei der MFG. Sie führt die Beratungstage in ganz Baden-Württemberg durch. „Die Nachfrage und der Markt sind dabei häufig nachgelagerte Gedanken. Doch Kreativität spielt bei der Wirtschaftlichkeit eine ebenso große Rolle. Während Menschen mit ökonomischem Hintergrund zum Beispiel eine Tankstelle direkt an die Autobahn bauen, kann das Ergebnis einer kreativen Idee schon mal eine Tankstelle in der Wüste sein. Dann gilt es die richtige Zielgruppe zu finden oder die Idee so anzupassen, dass sie ihren Markt findet.“

Die richtige Zielgruppe finden

Dafür sind die Orientierungsberatungen da: zum Brainstormen, gemeinsamen Ausloten, Nachjustieren und Kernkompetenzen identifizieren. Aber natürlich auch für allgemeine Informationen rund um unternehmerische Fragestellungen oder strategische Überlegungen. Je nach Unternehmensgröße und -phase gibt es ganz unterschiedliche Anforderungen an die Beratungsgespräche.

„Gründer*innen interessieren sich vor allem für Fachfragen und Basiswissen, zum Beispiel über die Künstlersozialkasse. Für Solo-Selbstständige ist oft die Kundenakquise mit wenig Budget relevant, etwa über Netzwerke“, erläutert Stephanie Hock. „Unternehmen, die auf größere finanzielle Ressourcen zurückgreifen können, haben da andere Möglichkeiten und stellen sich eher Fragen der strategischen Neuausrichtung.“

Und manchmal sind es ganz pragmatische Gründe, die Kreative veranlassen, in die Beratungen zu kommen. Die einen müssen sich nach einem Umzug ein neues Netzwerk aufbauen, die anderen wechseln vom Angestelltenverhältnis in die Selbstständigkeit und sind auf der Suche nach Partnern. Start-ups wollen Finanzierungsquellen neben den gängigen Förderprogrammen kennenlernen, etablierte Unternehmer*innen möchten ihr Geschäftsmodell überdenken.

Herausforderung digitale Transformation

Ein gemeinsamer Nenner für viele ist die Herausforderung der Digitalisierung, die Veränderung erfordert. Künstliche Intelligenz kann zum Konkurrenten werden, wenn smarte Apps und neue Services kreative Dienstleistungen überflüssig machen. Dann ist es entscheidend, sich mit zu verändern, das Portfolio zu erweitern oder sich zu spezialisieren und seine Fähigkeiten anders anzuwenden.

Stephanie Hock ist gerne Sparringspartnerin, wenn es darum geht, neue Wege zu entdecken. „Manchmal ist es wie Zwiebeln schälen, bis man den Kern einer Idee freilegt und sie wirtschaftlich verorten kann.“

Die Orientierungsberatungen sind kostenfrei und richten sich an Kultur- und Kreativschaffenden in Baden-Württemberg. Sie können aus den Bereichen Architektur, Design oder Games, Musik, Film und Rundfunk, Kunstmarkt und Darstellende Künste oder Presse, Buch oder Werbung kommen. Egal ob frisch gegründet oder lange etabliert, freiberuflich oder gewerblich – Kreative sind willkommen.

Autorin: Ines Goldberg

Mehr Infos und Anmeldung:

mfg.de/orientierungbw

Kontakt

Stephanie Hock
Stephanie Hock

Referentin Unternehmensentwicklung

Unit Kultur- und Kreativwirtschaft

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