Wenn Künstliche Intelligenz die musikalische Entfaltung unterstützt

Musiktheorie-App Loreical aus Karlsruhe überzeugt beim Businessplanwettbewerb CyberOne in der Kategorie IKT, Medien und Kreativwirtschaft

Team Loreical auf der Bühne
Zufriedene Gewinner: das Team von Loreical | Bild: MFG Baden-Württemberg / Winchenbach

Zum 21. Mal hat bwcon, die Hightech-Initiative der Wirtschaft in Baden-Württemberg, ihren Innovationspreis CyberOne vergeben. Sieger sind die Unternehmen ASCon-Systems (Kategorie Industrielle Technologien) aus Stuttgart, Loreical (Kategorie IKT) aus Karlsruhe und HKK Bionics (Life Science & Health Care) aus Ulm. Am Start waren dieses Jahr 130 Einreichungen – eine Rekordbeteiligung.

Die Firma ASCon, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Big Data in Smart Data zu verwandeln beziehungsweise riesige Datenmengen in nutzbare Informationen umzuwandeln, gewann in der Kategorie „Industrielle Technologien“ mit einer Lösung, die in der Fertigungsindustrie zum Einsatz kommt und Produktionsschritte für kundenspezifische Individualisierungen von Produkten beschleunigt. Die Kategorie „Informations- und Kommunikationstechnologien“ dominierte Loreical mit einer App, die mit der Kodierung der Vollharmonischen Theorie in einen einzigartigen Algorithmus Musiker in die Lage versetzt, sofort zu sehen, wie man erfolgreich komponiert, spielt und improvisiert. Ob dies einem deutschen Vertreter beim nächsten Eurovisions-Contest endlich wieder zu einem vorderen Platz verhelfen könnte, wagen die Karlsruher aber nicht zu prognostizieren. 

Neuer Zugang zur Musiktheorie

Die MFG Baden-Württemberg unterstützt den Businessplanwettbewerb CyberOne als Branchenpartner im Bereich IKT, Medien und Kreativwirtschaft. „Wir freuen uns, dass ein Projekt aus der Kreativwirtschaft gewonnen hat, das das Zukunftsthema Künstliche Intelligenz mit dem Musikmarkt verknüpft“, betont Ulrich Winchenbach, der die MFG Baden-Württemberg in der CyberOne-Jury vertritt. „Die App Loreical ist revolutionär, weil sie Musiktheorie-Wissen intuitiv vermittelt und Musiker*innen in die Lage versetzt, zu komponieren und improvisieren.“ Das Meistern der Musiktheorie ist für gewöhnlich eine lebenslange anspruchsvolle Aufgabe, die viel Zeit und Geld kostet. Entsprechend ist die Anzahl der Menschen, die ihr Potenzial erfolgreich entfalten und sich als Musiker*innen ausdrücken können, begrenzt. Mit ihrem Algorithmus hat Loreical schafft einen völlig neuen Zugang zur Musiktheorie und läutet damit die Grundlage für ein neues Zeitalter des Musizierens ein.

In der Kategorie „Life Science und Health Care“, also Medizin und Gesundheit, gewann das Ulmer Unternehmen HKK Bionics. Das Siegerprodukt ist eine sogenannte Orthese, die eine Lücke in der medizinischen Alltagsversorgung schließen soll. So gab es bisher keine Lösung für die Wiederherstellung der Greiffunktion bei einer gelähmten Hand. Das Produkt der Ulmer ist inzwischen zertifiziert und das Marktpotenzial nach Einschätzung von Experten riesig. Neben dem Preisgeld von jeweils 10.000 Euro erhalten die Sieger sowie auch die jeweils Zweit- und Drittplatzierten einen Mentor aus dem bwcon-Netzwerk für die weitere Geschäftsentwicklung sowie Zugang zu allen Gremien und Special Interest Groups des Vereins, was für die Gewinner oft größere Bedeutung hat als die finanzielle Zuwendung.

Erfolgreiche Regionalisierung des Wettbewerbs

„Auf die ersten Plätze zu kommen war dieses Jahr besonders schwierig“, kommentierte Alf-Henryk Wulf, Vorstandsvorsitzender von bwcon, den Wettbewerb. „Wir erhielten mit 130 akzeptierten Einreichungen so viele Beiträge wie noch nie.“ Einen Grund für die Vielzahl der Einreichungen von innovativen Lösungen samt Businessplänen sieht Wulf nicht zuletzt in der starken Regionalisierung, die bwcon in den letzten Jahren vorgenommen habe. „Unsere Geschäftsstellen in Freiburg, Mannheim, Heilbronn, Horb, Ulm und Ravensburg tragen dazu bei, dass wir auch den dezentral angesiedelten Unternehmen und Start-ups nähergekommen sind.“

Die Preisverleihung wurde im Rahmen des Hightech Summits der baden-württembergischen Landesregierung vorgenommen, der dieses Jahr im Carmen Würth Forum in Künzelsau stattfand. Gastgeber Reinhold Würth, inzwischen 84 Jahre alt, richtete an das Auditorium der Preisverleihung ein Grußwort, bei dem er auf die Bedeutung der unternehmerischen Initiative und die Innovationsfähigkeit für den wirtschaftlichen Erfolg des Landes hinwies.

Die Wirtschaftsministerin des Landes Baden-Württemberg und Veranstalterin des Hightech Summit, Nicole Hoffmeister-Kraut, unterstrich die Bedeutung von Innovationen, um in Baden-Württemberg die digitale Transformation erfolgreich zu bewältigen. „Gerade für kleine und mittlere Unternehmen stellt sich häufig die Frage, ob sich Investitionen in neue Technologien wie 5G, Künstliche Intelligenz oder Blockchain wirklich lohnen“, so die Ministerin. Beim Hightech Summit wolle man die Unternehmen ganz konkret bei dieser Entscheidung unterstützen. „Mit der Kombination aus visionären Vorträgen von Technologieführern und konkreten Anwendungsbeispielen aus unseren heimischen Unternehmen schaffen wir einen konkreten Nutzen für den Mittelstand“, erklärte die Ministerin weiter. Deshalb biete die Veranstaltung sowohl für etablierte Unternehmen als auch für Start-ups eine interessante Plattform.

Quelle: bwcon GmbH / MFG  Baden-Württemberg

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Kontakt

 Ulrich Winchenbach
Ulrich Winchenbach

Leiter Projektteam Weiterbildung / Events, Netzwerk Kreativwirtschaft

Unit Kultur- und Kreativwirtschaft

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