Anlässlich des 40. Jubiläums der Filmreihe „Debüt im Dritten“ und 25 Jahre der Filmreihe „Junger Dokumentarfilm“ luden der SWR und die MFG in Kooperation mit der Filmakademie Baden-Württemberg am 2.12. rund 150 Gäste – überwiegend Studenten und Studentinnen der Akademie – zu einer Informationsveranstaltung unter dem Motto „Filmnachwuchs trifft SWR“ ein. In Vorträgen und Gesprächsrunden wurden den Anwesenden die Filmreihen vorgestellt, auf bisherige Erfolge verwiesen, aber auch ein Blick auf zukünftige Herausforderungen geworfen, mit denen alle Filmschaffenden konfrontiert sind: Gefährdung der Demokratie, Streaming versus Kino und Fernsehen, Künstliche Intelligenz.
Dank einer entspannten und heiteren Moderation von Hendrike Brennikmeyer gerieten die anspruchsvollen Themen nicht so schwer, dass darüber der freudige Anlass vergessen wurde: dass nämlich zwei erfolgreiche Formate bzw. Film-Label über Dekaden hinweg immer wieder inspirierende, unterhaltsame und qualitätsvolle Projekte zeitigten.
Der Intendant des SWR, Kai Gniffke, nahm seine eigene Biografie zum Ausgangspunkt, um die Veränderungen im politischen, sozialen und medialen Alltag zu skizzieren, die insbesondere in den letzten Jahren dramatisch waren und die Gesellschaft in eine bedrohliche Disruption versetzt haben. Ein Medienhaus wie der SWR müsse, um seinen Nutzer*innen weiterhin „Orientierung und Geborgenheit“ zu vermitteln, mehr denn je erklären, einordnen und transparent machen, wobei die Nähe zu den Zuschauer*innen ein großer Vorteil ist.
Der Leiter der Unit Filmförderung der MFG, Robert Gehring, verwies in Bezug auf den Einfluss der Künstlichen Intelligenz auf die Filmproduktion auf die immer vielfältigeren Anwendungsmöglichkeiten der neuen Technologie, die Kreativen nicht mehr nur „niedere Arbeiten“ abnehme, sondern eine dominierende Rolle im gesamten Herstellungsprozess einnehmen könne. Deshalb seien klare Regelungen und das deutliche Bezeichnen dessen, was mit KI entstanden sei, nötig. Der Leiter der Ludwigsburger Filmakademie, Andreas Bareiß, verwies auf die exzellente Ausbildungssituation seiner Studenten und Studentinnen, die eine gute Voraussetzung für den kompetenten Umgang mit KI sind.
Der Programmdirektor Clemens Bratzler bot einen faktenreichen Impulsvortrag über die Entwicklungen beim Nutzerverhalten von Streaming-Angeboten der ARD und den Erfolgen in den Mediatheken. Er erläuterte die langfristige Strategie des SWR, verstärkt Fernsehproduktionen an externe baden-württembergische Produktionsfirmen zu vergeben – wie z.B. den Stuttgarter „Tatort“ an die Ludwigsburger Giganten Film. Diese Entwicklung wird bis Ende des Jahrzehnts weiterverfolgt und erlaubt für die TV-Projekte, die der SWR innerhalb der ARD-Gruppe verantwortet, mehr Teilnahme für die lokalen Produzenten.
Dann schlug Bratzler den Bogen zum eigentlichen Feieranlass und verwies auf die beeindruckende Liste an Auszeichnungen für die Dutzende Filme, die in 40 Jahren „Debüt im Dritten“ und 25 Jahre „Junger Dokumentarfilm“ entstanden sind – darunter auch viele von der MFG gestiftete Preise wie der MFG-Star oder der Thomas Strittmatter Preis.
Eine Diskussionsrunde mit den zuständigen SWR-Redakteur*innen Stefanie Groß, Katharina Dufner und Marcus Vetter und Vertreter*innen der Filmbranche wie Lena Leonhardt, Lotta Schmelzer, Johannes Naber und Gerrit Klein bot ein aufschlussreiches Kaleidoskop an Erfahrungsberichten, wie die Formate des SWR dem Nachwuchs konkret geholfen haben, ihre Projekte zu realisieren. Zwar waren die Ansätze und Karrierewege der Teilnehmer*innen heterogen und nicht auf einen Nenner zu bringen. Aber übereinstimmend wurde den Filmstudenten und -Studentinnen empfohlen, genau zu überlegen, was ihr Lieblingsprojekt gegenüber anderen heraushebt und warum sie unbedingt diesen Stoff umsetzen möchten. Zuletzt förderten SWR und MFG gemeinsam unter anderem die Spielfilme „Elaha“, „Vena“, „Jenseits der blauen Grenze“ und „Rohbau“ und die Dokumentarfilme „Yumi – The Whole World“, „KashKash“ und „Moria Six“, die derzeit in der ARD-Mediathek zu sehen sind.



