"Denn dieses Leben lebst nur Du": Regisseur Douglas Wolfsperger über seinen neuen Dokumentarfilm

Im Gespräch mit der Journalistin Katharina Dockhorn gibt Regisseur Douglas Wolfsperger Einblicke in seinen neuen Film, seine Arbeitsweise und seine persönliche Verbindung zu Biberach.

Die Gruppe an Mitwirkenden und MFG Vertretenden Personen (9 Personen) steht vor dem Kino in Biberach.
| Biberach

Biberach ist für Douglas Wolfsperger ein besonderer Ort. Auf dem Filmfestival wurde sein Wunsch geweckt, von Dokumentationen zum langen Kinospielfilm zu wechseln. Seit drei Jahren ist er künstlerischer Leiter der Biberacher Filmfestspiele.

Im Januar startete nun mit „Denn dieses Leben lebst nur Du“ sein neuester Film: Feinfühlig porträtiert Wolfsperger vier Menschen aus seiner schwäbischen Heimat, die ihr Leben radikal umgekrempelt haben. Gabriel, Elisabeth, Melina, und Dunja leben mit einem anderen Geschlecht als bei ihrer Geburt und in den ersten Lebensjahrzehnten. Für die Kamera öffnen sie ihr Innerstes, und lassen das Publikum an ihrem Alltag teilhaben. Sie haben sich an die schiefen Blicke und die Ablehnung ihrer Entscheidung ebenso gewöhnt wie an Neugierde und aufgeschlossene Fragen. Ihren Optimismus, dass sie den richtigen Weg gewählt hatten, um ihr Glück im Einklang mit ihrem Körper und ihrer Seele zu finden, ließen sie sich nie nehmen. 

Die Idee hatte Wolfsperger während des Drehs von »Die Blutritter«, in dem er einen oberschwäbischen katholischen Brauch mit Porträts schwuler Geistlicher verknüpfte. Den entscheidenden Anstoß lieferte 2015 der Kulturkampf von CDU und Grünen um den Lehrplan in Baden-Württemberg zu Fragen sexueller Vielfalt. 

»Ich habe ein Faible für die Porträts von Menschen, die nicht ins Raster der Mehrheitsgesellschaft passen.« Ihnen begegnet er voller Wärme, Herzlichkeit und auf Augenhöhe. Sie geben ihm dies zurück und teilen voller Vertrauen ihre Gedanken.

Der SWR unterstützte den Dreh mit 35.000 Euro, die MFG und Hessen Film und Medien förderten Produktion und Verleih. Wolfsperger bringt den Film mit seinem Wilder Süden Filmverleih und dem Camino Filmverleih in die Kinos. 15 bis 20 Kopien sind für den Bundesstart geplant, den der Filmemacher und seine Protagonist*innen mit einer Kinotour unterstützen. 

Quelle: MFG
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