Nach knapp eineinhalb Jahren endete kürzlich das MFG Programm offen für… Digitale Barrierefreiheit in Museen. Es unterstützte Museen in der Umsetzung von medialer Barrierefreiheit in den Bereichen Ausstellung, Kommunikation und Vermittlung – beispielsweise auf ihrer Website, in den Sozialen Medien oder bei digitalen Guides. Gemeinsam mit den Vertreter*innen der sechs geförderten Museen sammelten die Projektleitungen wichtige Erfahrungen.
Sophia Kirner, Projektleiterin MFG Digitale Kultur, fasst im Folgenden zentrale Erkenntnisse zusammen, die sich im Verlauf des Förderprogramms herauskristallisierten. Sie basieren auf dem Austausch mit den geförderten Museen, den Berater*innen, den Weiterbildungsangeboten der MFG sowie auf den Ergebnissen der Programmevaluation.
Digitale Barrierefreiheit ist eine Daueraufgabe
Digitale Barrierefreiheit lässt sich nicht in einem einzelnen Projekt umsetzen. Vielmehr markiert das erste Projekt meist den Anfang einer kontinuierlichen Weiterentwicklung. Förderprogramme können wichtige Impulse setzen und den Einstieg erleichtern. Die Bereitschaft, bestehende Angebote immer wieder zu hinterfragen und weiterzuentwickeln, ist jedoch unumgänglich. Digitale Barrierefreiheit muss als Regelaufgabe in die Planungen der Museumsarbeit mitaufgenommen werden.
Barrierefreiheit braucht Rückhalt in der gesamten Institution
Nachhaltige Veränderungen entstehen dann, wenn digitale Barrierefreiheit nicht nur in einzelnen Projekten verankert, sondern als Querschnittsaufgabe verstanden wird. Dafür braucht es die Unterstützung der Leitungsebene ebenso wie die Sensibilisierung und Einbindung verschiedener Arbeitsbereiche innerhalb der Institution.
Expert*innen in eigener Sache frühzeitig einbeziehen
Die Erfahrungen aus den geförderten Projekten haben gezeigt, wie wertvoll die frühzeitige Einbindung von Menschen mit Behinderungen ist. Ihre Perspektiven helfen dabei, Bedarfe besser zu verstehen, Barrieren zu erkennen und bedarfsgerechte digitale Angebote zu entwickeln. Außerdem ist es wichtig, Angebote mit den jeweiligen Zielgruppen zu testen und Rückmeldungen in die Weiterentwicklung einfließen zu lassen.
Barrierefreiheit ist vielfältig
Digitale Barrierefreiheit bedeutet nicht für jedes Projekt dasselbe. Sie umfasst unterschiedliche Anforderungen, die sich je nach Behinderung und individueller Nutzungssituation unterscheiden. Daher ist es sinnvoll, bereits zu Beginn eines Projekts zu definieren, welche Zielgruppen adressiert und welche Schwerpunkte gesetzt werden sollen.
Mut zum ersten Schritt
Die Arbeit an digitaler Barrierefreiheit bringt Herausforderungen mit sich. Die Erfahrungen aus den Projekten zeigen jedoch, dass der Einstieg wichtiger ist als der Anspruch auf Perfektion. Digitale Barrierefreiheit ist ein Prozess, der durch Lernen, Erproben und kontinuierliche Weiterentwicklung geprägt ist.
Barrierefreiheit von Anfang an mitdenken
Digitale Barrierefreiheit sollte bereits in der Konzeption neuer Projekte berücksichtigt werden. Je früher Anforderungen mitgedacht werden, desto leichter lassen sie sich in Prozesse und digitale Angebote integrieren.
Austausch schafft neue Perspektiven
Neben dem Dialog mit Berater*innen und Expert*innen in eigener Sache eröffnete der Austausch zwischen den Museen neue Perspektiven auf digitale Barrierefreiheit, bot Raum für gegenseitiges Lernen und half dabei, Erfahrungen und Herausforderungen zu teilen. Die Evaluation des Programms zeigt, dass insbesondere die Möglichkeit zum Austausch und zur Vernetzung von den teilnehmenden Museen als großer Mehrwert wahrgenommen wurde.
Die im Förderprogramm gewonnenen Erfahrungen bieten wertvolle Impulse für zukünftige Projekte und verdeutlichen, dass digitale Barrierefreiheit nur durch kontinuierliche Weiterentwicklung und Zusammenarbeit nachhaltig gelingen kann.






