Sonderthema Naturvision Filmfestival 2018: "Landschaften der Zukunft"

Mit MFG-gefördertem Film "Das System Milch"

Still aus "Das System Milch" von Andreas Pichler | Bild: Eikon Media

Ernährer, Trinkwasserspeicher, Klimaschützer – die Bedeutung des Bodens ist immens. Die Bereitschaft, den Boden zu schützen und zu bewahren, aber ist verschwindend gering. Unter dem Motto „Landschaften der Zukunft“ stellt das neue NaturVision Sonderthema die Gefährdung und den Schutz dieser kostbaren Ressource in den Mittelpunkt.

Boden – Grundlage für Landwirtschaft und Ernährung

Es dauert 2000 Jahre, bis sich 10 cm Mutterboden neu gebildet haben. Wir leben auf diesem Boden – und wir leben von dem, was auf ihm wächst. Für 90 Prozent aller Nahrungs- und Futtermittel ist Boden die wichtigste Grundlage und damit unentbehrlich für die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung. Unsere Nahrung kann nur so gesund und nährstoffreich sein, wie die Erde, auf der sie angebaut wird. Doch gerade unsere gegenwärtige Landwirtschaft gehört zu den größten Bedrohungen des Bodens. Monokultur, Überdüngung, Herbizide, profitmaximierende Anbaumethoden und schwere Maschinen zerstören die Qualität des Humus und damit Bodenleben und Artenvielfalt. Beispielhaft führt der von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg geföderte Film Das System Milch vor Augen, wie sehr ein scheinbar unschuldiges landwirtschaftliches Produkt von der Natur entfremdet werden kann. Profit wird hier auf Kosten von Umwelt, Tieren, Bauern und unserer Gesundheit gemacht.
Eine große Bedrohung für die Artenvielfalt – gerade auch bei den Insekten – ist der Einsatz von Herbiziden. Landwirte verzichten auf das aufwändige Pflügen, wodurch mehr Unkraut wächst. Bekämpft wird es mit dem großflächigen Einsatz von Glyphosat. Der Film Wo sind unsere Schmetterlinge hin geht dem rapiden Schwund des Schmetterlingsbestandes in Bayern nach und zeigt die Zusammenhänge mit der landwirtschaftlichen Intensivierung auf. Dass Landwirtschaft auch ganz anders funktionieren kann, zeigt dagegen der berührende Film Der Bauer, der das Gras wachsen hört von Bertram Verhaag: Er porträtiert Michael Simmel aus Niederbayern, der schon in den 80er Jahren seinen Hof auf Biolandbau umstellte. Sein Erfolgsgeheimnis: Weite Fruchtfolgen, die Zusammenarbeit mit Regenwurm und Laufkäfer und sehr viel Achtsamkeit für den Boden.


Transformationsprozesse im städtischen Bereich

Ob fließende Übergänge von Stadt zu Naturlandschaft, weniger Bodenversiegelung, Urban Gardening oder begrünte Fassaden: Gerade in Bezug auf mehr Grün in der Stadt schlagen Klimaschützer, Landschaftspfleger, Stadtplaner, Architekten und Bürger neue Wege zu mehr Klimaschutz, Artenvielfalt und Lebensqualität ein.
Ein Glücksfall für NaturVision ist die Möglichkeit, am Heimatstandort Ludwigsburg diese spannenden Transformationsprozesse zu begleiten. So wird innerhalb des Projekts „Transformation Weststadt“ NaturVision in Kooperation mit dem Referat für Nachhaltige Stadtentwicklung Ludwigsburg am 3. August einen Workshop mit dem bekannten Schweizer Guerillagärtner Maurice Maggi veranstalten. Ein Rundgang durch das Gewerbegebiet Weststadt macht das Thema „Stadtnatur und essbare Wildpflanzen“ hautnah erfahrbar.
Auch Leben auf kleinem oder kleinstem Raum sollte – angesichts der riesigen Menge an Boden, die in Deutschland Tag für Tag versiegelt wird – machbar und attraktiv werden. Sehr innovativ ist beispielsweise das Projekt Mikrohofhaus in Ludwigsburg, das NaturVision filmisch begleitet. Auf einer lauten Verkehrsinsel steht ein winziges Haus, das aber aufgrund seiner besonderen Bauweise Wohlfühlen und Privatheit ermöglicht.

Zeitenwende für den Boden – Transformation und Identität

Landwirte, die ökologisch und respektvoll mit dem Boden umgehen; Stadtmenschen, die sich in Großstadtbrachen zum Gärtnern zusammenfinden; Architekten, die bei ihren Planungen den Bodenschutz mitdenken – all das erzählt von einem beginnenden Wertewandel. Boden ist für diese Menschen keine unbelebte, schmutzige Masse, kein bloßes renditeversprechendes Objekt, sondern ein belebtes und wertvolles Element.
Festivalleiter Ralph Thoms liegt das Thema Boden seit vielen Jahren sehr am Herzen. „Für mich sind es heute vor allem die Auswüchse der Bodenspekulation, die symbolisch für eine Entfremdung und für die Ausbeutung der Böden stehen. Bis zu 36.000 Prozent sind die Bodenpreise in den letzten 45 Jahren in den Städten gestiegen! Hier braucht es dringend neue rechtliche Regelungen, die den Boden als ein Lebensrecht schützen. Eine wirkliche Zeitenwende für den Boden kann es aber nur geben, wenn wir wieder ein sinnliches, wertschöpfendes Verhältnis zu dieser empfindlichen Haut unserer Erde entwickeln.“

Kontakt:

Martina Edin
Marketing & PR
NaturVision Filmfestival
Earth-Vision UG
Arsenalstraße 4
71638 Ludwigsburg
office          +49 7141 992248-18 
fax             +49 7141 992248-13
e-mail        edin@natur-vision.org  
 

 

Quelle:  Pressemitteilung NaturVision vom 7. Juni 2018

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