Hommage auf Philip Gröning

Beim Filmfest München ist ifs-Professor Philip Gröning eine Hommage gewidmet

Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot
Still aus "Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot" von Philip Gröning | Bild: Philip Gröning Filmproduktion

Eine besondere Ehre erweist das Filmfest München (28.06. – 07.07.) in diesem Jahr ifs-Professor Philip Gröning. Ihm ist eine Hommage gewidmet, die den Bogen von seinem aktuellen Schaffen zu seinem Frühwerk spannt. Bei einer Gala am 04.07. um 17.30 Uhr im Gloria Palast in Anwesenheit von Philip Gröning wird sein jüngster Film »Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot« gezeigt. Der Film wurde von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg in der Produktion gefördert. Die Laudatio und eine Einführung zum Film hält der amerikanische Filmemacher Abel Ferrara.


»Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot« ist ein Essay über die Zeit und eine geschwisterliche Beziehung, die sich am liebsten dem Gang der Zeit entziehen würde. Elena bereitet sich gemeinsam mit Ihrem Zwillingsbruder Robert auf ihr Abitur in Philosophie vor – in der freien Natur auf einem idyllischen Feld vor einer Tankstelle. Beim gemeinsamen Philosophieren über die Zeit entspinnt sich zwischen den beiden ein Spiel von Nähe und Distanz, das plötzlich blutig eskaliert.
Bereits während seiner Anfänge als Regisseur erzählt Philip Gröning von Widerstand und Gewaltausbrüchen, von familiären Beziehungen im Angesicht idyllischer Natur. Die Verbindung von Naturbetrachtung und analytischer Beobachtung menschlicher Beziehungen findet sich auch in seinem Debütfilm »Sommer« (1986). Hier versucht ein Vater, sich seinem autistischen Sohn beim Urlaub in einem Hotel in den Alpen anzunähern. Die Wirkung von Gewalt – ebenfalls in Verbindung mit dem Aspekt der Zeit – wird in der Groteske »Die Terroristen!« (1992) thematisiert, in der drei junge, selbsternannte Terroristen ein Attentat auf Helmut Kohl planen. Zudem zeigt das Filmfest die beiden Kurzfilme »Stachoviak!« (1988) und »Opfer.Zeugen« (1993).


Bei all seinen Filmen zeichnet Philip Gröning auch (mit)verantwortlich für Produktion, Drehbuch und bei einigen auch für Schnitt und Kamera. Bereits während seines Studiums an der HFF München gründete er seine eigene Produktionsfirma. DIE ZEIT hat ihn einmal als »großen Seltenfilmer des deutschen Kinos« bezeichnet. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass Gröning zu jedem seiner Filme intensive Recherchen betreibt und sich selbst einen »irren Perfektionismus« attestiert. Seine kompromisslose Art des Filmemachens vermittelt er seit September 2017 im Rahmen seiner Professur »Inszenierung fiktionaler Narrative in audiovisuellen Medien« auch den Studierenden an der ifs.

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