Wiebke Wiesner, seit 1. Juli 2026 Geschäftsführerin der MFG Baden-Württemberg, übernimmt die Leitung des Arbeitskreises Green Shooting. Im Mittelpunkt der weiteren Arbeit stehen Kontinuität und Praxistauglichkeit: Gemeinsam mit den Mitgliedern will Wiesner die Ökologischen Standards weiterentwickeln und dort nachjustieren, wo Nachweise und Abläufe vereinfacht werden können, ohne die ökologischen Ziele abzuschwächen.
„Der Arbeitskreis Green Shooting hat gezeigt, was möglich ist, wenn eine Branche gemeinsam Verantwortung übernimmt. Daran möchte ich anknüpfen. Unser Ziel muss sein, die Ökologischen Standards ambitioniert und zugleich so praxisnah wie möglich weiterzuentwickeln. Wo wir Abläufe vereinfachen können, ohne unsere ökologischen Ziele aus den Augen zu verlieren, sollten wir das gemeinsam tun“, sagt Wiebke Wiesner.
Der Arbeitskreis Green Shooting wurde 2017 von der MFG Baden-Württemberg gegründet und zählt heute 22 Unternehmen und Institutionen aus der audiovisuellen Branche, darunter Produktionsunternehmen, Sender und Streamingdienste, Filmförderungen, Branchenverbände und die Deutsche Filmakademie. 2027 feiert der Arbeitskreis sein zehnjähriges Bestehen. Der Zusammenschluss entstand aus dem Engagement der Branche selbst. Dieser gemeinsame Ansatz prägt seine Arbeit bis heute. Die entwickelten Ökologischen Standards dienten inzwischen international als Blaupause: So orientieren sich die 2025 entwickelten Nordic Ecological Standards am deutschen Modell.
Carl Bergengruen hat die Entwicklung des Arbeitskreises Green Shooting seit 2017 als Leiter und Sprecher maßgeblich geprägt und in der MFG eine koordinierende Geschäftsstelle eingerichtet. Der Arbeitskreis entwickelte sich somit zu einem wichtigen Impulsgeber für nachhaltige Film- und Medienproduktion in Deutschland. Zu den Meilensteinen zählen das Modellprojekt „100 Grüne Produktionen“, die Entwicklung eines deutschlandweit eingesetzten CO₂-Rechners sowie die Ökologischen Standards und das Label „green motion“. Seit Juli 2023 ist die Einhaltung der Standards Voraussetzung für öffentlich geförderte Produktionen.
2024 wurde der Arbeitskreis Green Shooting für seine Arbeit und das Label „green motion“ mit dem Deutschen Award für Nachhaltigkeitsprojekte in der Kategorie „Bewertungskonzepte“ ausgezeichnet.
Interview mit Wiebke Wiesner und Philip Gassmann
Wiebke Wiesner, Geschäftsführerin der MFG, kennt die Arbeit des Arbeitskreises bereits aus ihrer vorherigen Tätigkeit für die Produktionsallianz und würdigt die Arbeit ihres Vorgängers:
„Der Arbeitskreis Green Shooting hat in den vergangenen Jahren enorm viel erreicht. Dafür danke ich Carl Bergengruen sehr herzlich – für sein großes Engagement, seine Beharrlichkeit und nicht zuletzt für die Diplomatie, mit der er die unterschiedlichen Akteurinnen und Akteure zusammengebracht hat. Ich freue mich, den grünen Staffelstab zu übernehmen und gemeinsam mit dem Arbeitskreis auf dem Erreichten aufzubauen.“
Besonders wertvoll ist aus Sicht Wiesners die gewachsene Expertise in der von der MFG geführten Geschäftsstelle des Arbeitskreises:
„Mit der wöchentlichen Sprechstunde bieten wir beispielsweise konkrete Unterstützung bei Fragen aus der Produktionspraxis. Dieses Wissen und der direkte Austausch mit den Filmschaffenden sind eine wichtige Grundlage dafür, die Standards auch künftig praxisnah weiterzuentwickeln.”
Die gemeinsame Arbeit von Produktionsunternehmen, Sendern, Streamingdiensten, Förderungen und Verbänden hat Green Shooting in den vergangenen Jahren weit über den Arbeitskreis hinaus in der Branche verankert. Für Philip Gassmann, Regisseur und Green-Production-Experte, liegt darin eine besondere Stärke des Zusammenschlusses:
„Was der Arbeitskreis Green Shooting auf die Beine gestellt hat, ist weltweit einmalig: ein verbindlicher ökologischer Branchenstandard für die gesamte Film- und TV-Branche, der jedes Jahr in Tausenden von Produktionen umgesetzt wird. Damit wurde bewiesen, dass ökologische Standards effektiv und praktikabel sind. Unsere Branche leistet Tag für Tag einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz. Diese Arbeit fortzusetzen, ist überlebensnotwendig und das Erreichte ein wichtiges Vorbild.“
Für die künftige Arbeit setzt der Arbeitskreis weiterhin auf die Erfahrungen aus der Produktionspraxis. Rückmeldungen von Produzent*innen, Herstellungsleitungen, Green Consultants, Filmschaffenden und weiteren Beteiligten sollen dabei unmittelbar einfließen. Mit Blick auf sein zehnjähriges Bestehen 2027 setzt der Arbeitskreis damit auf Kontinuität und eine praxisnahe Weiterentwicklung der Ökologischen Standards.



