Neun MFG-geförderte Filme in Hof

Die 53. Internationalen Hofer Filmtage (22.-27.10.2019) zeigen u.a. Connie Walthers Filmexperiment "Die Rüden"

Die 53. Internationalen Hofer Filmtage (22. bis 27. Oktober 2019) – eines der wichtigsten Festivals für den deutschen Filmnachwuchs – präsentieren gleich neun MFG-geförderte Produktionen. Sie konkurrieren um begehrte Preise wie z.B. den „Hofer Goldpreis“, den im letzten Jahr Luzie Loose mit ihrem MFG-geförderten Film „Schwimmen“ gewann. 

In diesem Jahr läuft u.a. Connie Walthers neue Arbeit, das Filmexperiment „Die Rüden“, in dem junge Strafgefangene unter Anleitung einer Hundetrainerin im gesicherten Raum einer Haftanstalt mit Hunden arbeiten. 

Alle Filme im Überblick (in alphabetischer Reihenfolge):

„Bitte nach Mitte – Umzug der Hochschule für Schauspielkunst" von Anne Osterloh (Produktion: Moving Angel, Stuttgart, SWR, RBB)
Der Dokumentarfilm skizziert Wesen und Wirken, Geschichte und Gegenwart der Berliner Schauspielschule „Ernst Busch“. Er nimmt den Umzug der Schule 2018 zum Anlass, die Widersprüche von künstlerischen und ökonomischen Interessen im Berlin der Nachwendezeit und auch der Gegenwart einzufangen. Nach dem Ende der DDR drohte der Schule das Aus: Das Gebäude war baufällig, Berlin war pleite, die Suche nach einem neuen Standort drohte zu scheitern. Die Studierenden selbst erkämpften sich schließlich unter dem Motto „Bitte nach Mitte!“ den neuen Standort.

„Das Fräulein" von Andrea Štaka (Produktion: Quinte Film, Freiburg, ZDF)
Der Film erzählt von drei eigenwilligen Frauen unterschiedlicher Generationen, die in Zürich leben und deren Lebenswege sich für einen kurzen Zeitraum kreuzen. Gemeinsam ist ihnen nur die alte Heimat: die Serbin Ruža kommt aus Belgrad, die Bosnierin Ana aus Sarajevo und die Kroatin Mila aus einem kleinen Ort an der Adria. In der Hoffnung auf ein neues und besseres Leben kam Ruža als junge Frau in die Schweiz. 25 Jahre später scheint sie am Ziel ihrer Wünsche …

„Das Haus der guten Geister" von Lillian Rosa, Marcus Richardt (Produktion: Favo Film, Hamburg, SWR)
Der Film spürt dem besonderen Geist und Ethos an der Oper Stuttgart nach, der das Haus zu außergewöhnlichen Erfolgen und internationaler Anerkennung geführt hat. Bereits sieben Mal erhielt die Oper Stuttgart die von internationalen Kritikern aus Europa und den USA vergebene Auszeichnung ‚Opernhaus des Jahres‘, so häufig wie kein anderes Opernhaus weltweit. 

„Der Weg nach Padulim" von Annette Friedmann (Produktion: Eikon, Stuttgart, SWR)
Nach der Trennung von seiner Lebensgefährtin Lisa muss der aus Tschechien stammende Künstler Jiri darum kämpfen, seinen Sohn Victor nicht zu verlieren. In seiner Verzweiflung weiß er sich nicht anders zu helfen als ihn zu entführen. Dem Kind gegenüber verkauft er die Flucht als eine Abenteuerreise nach einer gemeinsam erfundenen Geschichte um zwei Tierchen auf dem Weg ins Zauberland Padulim. Es kommt zu einer Konfrontation, in der beide Eltern gefordert sind, für ihr Kind die beste Lösung zu finden.

„Die Rüden" von Connie Walther (Produktion: zero one film, Berlin, SWR)
Der Film führt ins Herz einer Finsternis, die heute mit toxischer Maskulinität umschrieben wird. Und leuchtet es aus: In einer Arena aus dunklem, vernarbtem Beton treffen vier junge Gewaltstraftäter auf drei bedrohliche Hunde mit imposanten metallenen Maulkörben. Testosteron pur also, wäre da nicht Lu, die angstfreie, hochkonzentrierte Hundetrainerin, die sich der Herausforderung stellt, Feuer mit Feuer zu löschen. 

„Double Income, Kids" von Hendrik Schäfer (Produktion: Essence Film, Ludwigsburg, Filmakademie Baden-Württemberg, SWR)
Motty und Alon, ein schwules Paar aus Tel Aviv, wollen mit Hilfe ihrer amerikanischen Leihmutter Krista leibliche Zwillinge bekommen. Ein Jahr lang begleitet der Film die beiden auf ihrem Weg zur Vaterschaft und zeigt ihren Umgang mit den finanziellen, medizinischen, sozialen und religiösen Herausforderungen, vor die Israel sie stellt. 

„Kopfplatzen" von Şavas Ceviz (Produktion: kurhaus production, Baden-Baden, SWR)
Markus, ein gutaussehender, sympathischer und angesehener Architekt, ist pädophil.
Körper von kleinen Jungs erregen ihn. Er leidet sehr unter seiner Neigung. Er quält sich damit und hasst sich dafür. Als die alleinerziehende Jessica und ihr achtjähriger Sohn Arthur in die Nachbarwohnung einziehen, verliebt Jessica sich in Markus und auch Arthur mag ihn sehr. Markus beginnt eine Beziehung mit Arthurs Mutter, um so noch öfter mit dem Jungen zusammen zu sein.

„Narren" von Wiltrud Baier und Sigrun Köhler (Produktion: Böller & Brot, Stuttgart, SWR)
Der Narrenmeister Christoph steht vor einem großen Problem: Viel zu viele und vor allem zu viele falsche Narren aus dem Umland wollen am berühmten Rottweiler Fasnachtsumzug, dem Narrensprung, teilnehmen. Trotz strenger Regeln kommen tausende Narren in die Stadt und es werden jedes Jahr mehr. Konservative und liberale Narren debattieren, wie offen oder wie exklusiv die Rottweiler Fasnacht sein soll. Und auf keinen Fall dürfen Frauen sich als Pferdchen verkleiden.

„Nicht dein Mädchen" (An uncertain Border) von Isabella Sandri (Produktion: Indi Film, Stuttgart)
Ein junger Mann und ein Mädchen, gemeinsam mit dem Wohnmobil durch Süddeutschland. Rangeleien, verkleiden, tanzen, lachen – er Saatgutvertreter, sie sein Püppchen. Beim Essen im Restaurant fällt dem Wirt das seltsame Paar auf und die seltene Sprache der schüchternen Kleinen: Ladin. Zeitgleich in Rom. Polizeikommissarin Milia Demetz ermittelt im Cyberspace und ist einem Pädophilennetzwerk auf der Spur.

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