Strategien für Museen im digitalen Wandel

„Museen 2.0“ geht in die zweite Runde. Mit dem Coaching-Programm begleitet die MFG drei prominente Museen aus Baden-Württemberg.

Am 11. Oktober 2017 startete die zweite Umsetzungsphase des Coaching-Programms „Museen 2.0“ der MFG Baden-Württemberg. Im Fokus steht die digitale und soziale Transformation von Museen. In dieser Runde sind die Staatsgalerie Stuttgart, das Badische Landesmuseum Karlsruhe und die Städtischen Museen Freiburg dabei. Unterstützt durch Coaching und Webinare erarbeiten die Museen Fahrpläne für die Entwicklung ihrer eigenen digitalen Strategie. Das Projekt wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gefördert.

Wissen und Kultur speichern und vermitteln, das ist der Auftrag von Museen. Mit dem Internet als riesigem Wissensspeicher haben sie Konkurrenz bekommen. Die digitale Transformation ist Herausforderung und Chance zugleich, kann neue Wege zum Publikum eröffnen, Besuchern die Scheu nehmen, traditionelle Häuser aber auch ins Straucheln bringen.

„Die Relevanz von Museen wird in Zukunft auch davon abhängen, wie sie mit der Herausforderung des digitalen Wandels für ihre Arbeit, ihre Beziehung zu den Besuchern und den Dingen umgehen“, sagt Dr. Mirjam Wenzel, Direktorin des Jüdischen Museums Frankfurt. „Der Schlüssel liegt in der Aufgeschlossenheit, im kommunikativen Austausch und in der digitalen Vernetzung.“ Die Expertin für digitale Umstrukturierung gab beim „Museen 2.0“-Gruppencoaching einen praxisorientierten Einstieg in die Strategieentwicklung bei Neueinrichtungen von Museen.

Fahrplan im digitalen Fahrwasser

Mit ihrem Coaching-Programm „Museen 2.0“ bietet die MFG passgenaue Unterstützung für baden-württembergische Museen. Jetzt geht das Programm in die zweite Runde. Beim ersten Gruppencoaching am 11. Oktober stellten Vertreter der Staatsgalerie Stuttgart, des Badischen Landesmuseums Karlsruhe und der Städtischen Museen Freiburg die Weichen für die nächsten Monate. Das Ziel: für jedes Haus eine individuelle Vision entwickeln.

Um die Teilnehmer zu unterstützen, kombiniert das Programm Gruppencoaching- und Einzelcoaching-Elemente mit informativen Webinaren. Dabei werden Struktur und Bedarf der einzelnen Museen berücksichtigt, um am Ende spezifische Strategien zu entwickeln. Das gemeinsame Coaching bildet den Auftakt: Zunächst geht es für die Institutionen darum, ihren Ist-Zustand zu ermitteln und zu hinterfragen. Auf dieser Grundlage definieren sie ihre Vision und legen individuelle Ziele fest. In einem auf diese Vision ausgerichteten Pilotprojekt sammeln die Museen dann Erfahrungen für die eigene Roadmap.

„Im Coaching bekamen wir den wichtigen Impuls, das Thema digitale Transformation umfassender und größer zu denken“, resümiert Dr. Tilmann von Stockhausen, Leitender Direktor der Städtischen Museen Freiburg im Breisgau, nach dem ersten Coachingtag. „Letztendlich macht es wirklich Sinn, alle Bereiche und Prozesse im Museum hier miteinzubeziehen.“

Voneinander lernen

Indem die Vertreter der Museen auf ihre Kollegen aus anderen Einrichtungen treffen, wird der Erfahrungsaustausch gefördert. Digitale Medien unterstützen diesen Austausch, wie eine Google+ Community oder moderierte Online-Meetings. Durch die transparente, ortsunabhängige Kommunikation bleiben alle auf dem Laufenden.

Dabei profitieren die Teilnehmer von den Erfahrungen der ersten Runde mit dem Landesmuseum Württemberg, dem Staatliche Museum für Naturkunde Stuttgart und dem Deutsche Uhrenmuseum Furtwangen. Diese stehen am Ende ihrer Umsetzungsphase und präsentieren ihre Ergebnisse und Erkenntnisse bei einer Abschlussveranstaltung am 15. November dem interessierten Fachpublikum. Die neue Runde wird im Sommer 2018 von ihren Erfahrungen berichten.

Anmeldung zum Event „Roadmapping: digitale Strategien in Museen“ am 15. November im Literaturhaus Stuttgart unter: bit.ly/2pqXfZY

Weiterführende Links

digital-bw.de
staatsgalerie.de 
landesmuseum.de
freiburg.de/museen

Über Museen 2.0

Das Coaching-Programm im Bereich „Digitale Kultur“ der MFG Baden-Württemberg begleitet Kulturinstitutionen aus dem Südwesten im digitalen Wandel. Eine Fachjury hat insgesamt sechs Museen ausgewählt, die in zwei Runden an ihren digitalen Strategien arbeiten: von Februar bis November 2017 und von Oktober 2017 bis Juli 2018. Ziel ist, die strategischen Kompetenzen von Museen zu stärken und Leuchtturmprojekte zu schaffen. Das Projekt wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg unterstützt.

Über die MFG Baden-Württemberg

Die MFG Medien- und Filmgesellschaft ist eine Einrichtung des Landes Baden-Württemberg und des Südwestrundfunks. Aufgabe der MFG ist die Förderung der Filmkultur und -wirtschaft und der Kultur- und Kreativwirtschaft. Die MFG agiert als landesweites Kompetenzzentrum, ist öffentlicher Kultur- und Wirtschaftsförderer und bietet bedarfsorientierte Unterstützungsmaßnahmen an. Dabei liegt der Schwerpunkt des Bereichs „MFG Innovationsagentur Medien- und Kreativwirtschaft“ auf Vernetzungs- und Vermittlungsaktivitäten.
 

Ansprechpartner

Heike Kramer
Heike Kramer

Projektleiterin Digitale Kultur

Unit Medienprojekte und Services

Ines Goldberg
Ines Goldberg

Referentin PR / Kommunikation

Unit Kultur- und Kreativwirtschaft

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