MFG-geförderter Dokumentarfilm „Kash Kash“ von Regisseurin Lea Najjar über das Leben in Beirut gewinnt Nachwuchspreis „First Steps“

Vierköpfige Fachjury zeichnet Abschlussfilm der Regiestudentin der Filmakademie Baden-Württemberg in der Kategorie Dokumentarfilm aus

Alle Preisträger*innen des First Steps Award 2022 gemeinsam auf der Bühne bei der Preisverleihung
Die Preisträger*innen 2022 | Bild: Sebastian Gabsch/FIRST STEPS Award 2022
| Berlin, Stuttgart

Bei einer feierlichen Gala im Motorwerk in Berlin-Weißensee ist am 26. September der Abschlussfilm Kash Kash" von Lea Najjar, Absolventin der Filmakademie Ludwigsburg, mit dem wichtigsten deutschen Nachwuchspreis der Filmbranche, dem „First Steps Award“ 2022 in der Kategorie Dokumentarfilm prämiert worden. Der von der MFG-produktionsgeförderte und dem FFL Film- und Fernsehlabor Ludwigsburg (Matthias Drescher) produzierte Dokumentarfilm „Kash Kash“ hatte am 6. Mai seine Deutschlandpremiere beim DOK.fest München. Der in Berlin vergebene "First Steps" Preis für den besten Dokumentarfilm ist mit 15.000 Euro dotiert.

„Kash Kash“ eröffnet am 20. Oktober 2022 um 23.45 Uhr im SWR die 22. Staffel der Sendereihe „Junger Dokumentarfilm“, in der bis zum 10. November 2022 Filme von Diplomand*innen und Absolvent*innen der Filmakademie Baden-Württemberg präsentiert werden. Die Filme entstehen in inhaltlicher Zusammenarbeit mit der Redaktion Dokumentarfilm des SWR und werden vom SWR und der MFG Filmförderung Baden-Württemberg finanziell gefördert. Sie sind auch in der ARD-Mediathek zu sehen.

Die Begründung der vierköpfigen Dokumentarfilm-Fachjury:

„Zweimal die Woche steigen über den belebten Straßen und Buchten von Beirut Taubenschwärme auf, angetrieben von Taubenzüchtern, dem uralten Ritual von ‚Kash Hamam‘ folgend – einem mythischen Glücksspiel, in dem Männer Kämpfe am Himmel austragen. „Kash Kash – Without Feathers We Can't Live" entführt uns in eine Männerdomäne. Sie sehen keine Zukunft im erodierenden Libanon, das zerfressen ist von Korruption, der wachsenden Inflation und zerrieben von religiösen Spannungen. Sie entfliehen auf die Dächer ihrer Häuser zu ihren Tauben. Eine Metapher und ein berührender Film. Lea Najjar ist mit dabei, ohne zu stören – mit einfühlsamen Gesprächen, einer genau zuschauenden Kamera und einer Montage, die die unterschiedlichen Protagonisten und filmischen Ebenen stimmig zusammenfügt. Der Film entwickelt eine spielerische Leichtigkeit, wie die Taubenschwärme, hoch über Beirut."

Preise für Abschlussfilme von Filmhochschul-Absolvent*innen

Die „First Steps“ Preise sind die bedeutendste und mit insgesamt 119.000 Euro höchstdotierte Auszeichnung für Abschlussfilme von Filmschulen in den deutschsprachigen Ländern. Vier unabhängige Jurys entscheiden über Nominierungen und Auszeichnungen in neun Kategorien.

„First Steps“ wurde 1999 als private Initiative der Filmwirtschaft von den Produzenten Bernd Eichinger und Nico Hofmann ins Leben gerufen und gilt als renommiertester Preis für Abschlussfilme aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, der einer neuen Generation an Filmschaffenden eine Bühne bietet, auf der sie sich und ihre Werke der Branche und Öffentlichkeit präsentieren können. Über Nominierung und Auszeichnung in neun Kategorien entscheiden vier unabhängige Jurys, die aus Expert*innen und etablierten Filmschaffenden verschiedener Gewerke zusammengesetzt sind.

Zum Inhalt: Taubenschwärme ziehen ihre Kreise über den Dächern der Stadt Beirut. Begleitet von Pfeifen und Schnalzen schießen ihre Besitzer Orangen in die Luft. Sie spielen Kash Hamam: Wer die Taube eines anderen fängt, hat gewonnen. Mit ihrem Debütfilm zeichnet die Filmemacherin Lea Najjar ein feinfühliges Porträt ihrer Heimatstadt. Einer Stadt, die gezeichnet ist von korrupten Eliten, politischem Protest und einer Explosion, die in die Geschichte eingegangen ist.

Quelle: First Steps, MFG

 

Alle Preisträger*innen 2022:

firststeps.de/wettbewerb/

Filmakademie Ludwigsburg

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